Wenn der Abend beginnt und die Energie des Tages langsam nachlässt, braucht es ein Gericht, das schnell auf dem Tisch steht, aber trotzdem satt macht und geschmacklich überzeugt. Die Kichererbsenpflanzerl, knusprig außen, cremig und würzig innen, sind genau das: eine unkomplizierte Antwort auf den Hunger nach Feierabend. Anfang Mai, wenn die ersten milden Abende zum Essen auf dem Balkon einladen, passen diese pflanzlichen Laibchen wunderbar in die Saison – leicht, aber gehaltvoll.
Dieses Rezept zeigt, wie man aus einer Dose Kichererbsen und ein paar Zutaten aus dem Vorrat in unter dreißig Minuten etwas Richtiges zaubert. Die Pflanzerl lassen sich außerdem variieren: mit frischen Kräutern vom Markt, einem Hauch Zitrone oder einem Klecks Joghurt als Beilage. Wer einmal diese goldbraune Kruste gehört hat, wie sie in der Pfanne brutzelt, wird dieses Rezept schnell in seine Feierabend-Routine aufnehmen. Also: Schürze umbinden und loslegen.
| Vorbereitung | 15 Min. |
| Garzeit | 12 Min. |
| Portionen | 4 Personen (ca. 12 Pflanzerl) |
| Schwierigkeitsgrad | Einfach |
| Kosten | € |
| Saison | Frühling – mit frischer Petersilie, Frühlingszwiebeln, Zitrone |
Geeignet für: Vegetarisch · Vegan · Reich an Proteinen · Laktosefrei
Zutaten
- 400 g Kichererbsen aus der Dose (abgespült und gut abgetropft)
- 1 mittelgroße Zwiebel, fein gewürfelt
- 2 Knoblauchzehen, gepresst oder fein gehackt
- 1 Ei (oder 1 EL Leinsamen + 3 EL Wasser als vegane Variante)
- 3 EL Haferflocken (zart, zum Binden)
- 2 EL Mehl (oder Kichererbsenmehl für eine glutenfreie Version)
- ½ TL Kreuzkümmel, gemahlen
- ½ TL geräuchertes Paprikapulver
- ¼ TL Kurkuma
- Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer nach Geschmack
- 1 Handvoll frische Petersilie, grob gehackt
- Saft einer halben Zitrone
- 2–3 EL Pflanzenöl zum Braten (z. B. Rapsöl)
Küchenzubehör
- Große Schüssel
- Kartoffelstampfer oder Gabel
- Schneidebrett und Messer
- Beschichtete Pfanne (28–30 cm Durchmesser)
- Esslöffel oder Eisportionierer zum Formen
- Küchenrolle zum Abtropfen
Zubereitung
1. Die Kichererbsen vorbereiten und grob zerdrücken
Die Kichererbsen aus der Dose in ein Sieb geben, unter fließendem kalten Wasser abspülen und anschließend gut abtropfen lassen – das dauert ein bis zwei Minuten. Danach mit einem sauberen Küchentuch oder Küchenrolle leicht trocken tupfen. Zu viel Feuchtigkeit in der Masse verhindert später eine schöne Kruste. Die abgetropften Kichererbsen in eine große Schüssel geben und mit einem Kartoffelstampfer oder dem Rücken einer Gabel grob zerdrücken. Das Ziel ist eine heterogene Masse: Sie soll weder zu fein noch zu grob sein. Wenn etwa zwei Drittel der Kichererbsen zerdrückt sind und ein Drittel noch seine Form behält, stimmt die Konsistenz. Dieser Mix sorgt später für eine Textur mit Biss.
2. Aromaten anschwitzen
In einer kleinen Pfanne einen Teelöffel Öl bei mittlerer Hitze erhitzen. Die fein gewürfelte Zwiebel darin glasig anschwitzen – das bedeutet: so lange rühren und garen, bis die Zwiebel weich und leicht durchscheinend ist, etwa drei bis vier Minuten. Sie soll keine Farbe annehmen. Den gepressten Knoblauch dazugeben und noch eine Minute mitgaren, bis sein Aroma aufsteigt. Diesen Schritt kann man auslassen und Zwiebel und Knoblauch roh zur Masse geben, doch das kurze Anschwitzen mildert die Schärfe und gibt den Pflanzerln eine rundere, tiefere Note.
3. Die Pflanzerl-Masse formen
Die angeschwitzten Zwiebeln und den Knoblauch zur Kichererbsenmasse geben und gut vermischen. Ei (oder die vegane Leinsamenmischung), Haferflocken, Mehl, Kreuzkümmel, Paprikapulver, Kurkuma, Zitronensaft und die gehackte Petersilie hinzufügen. Alles gründlich vermengen, bis eine formbare, leicht klebrige Masse entsteht. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Falls die Masse zu weich wirkt und nicht gut formbar ist, noch einen Esslöffel Mehl oder Haferflocken einarbeiten. Die Masse sollte sich zwischen den Handflächen zu einem runden, flachen Laibchen von etwa 1,5 cm Dicke formen lassen – ähnlich wie ein Frikadelle, aber etwas breiter und flacher.
4. Die Pflanzerl goldbraun braten
Das Öl in einer beschichteten Pfanne bei mittlerer bis hoher Hitze erhitzen. Das Öl ist bereit, wenn ein kleines Stück Masse, das man hineingibt, sofort zu zischen beginnt – dieses charakteristische Brutzeln zeigt, dass die Temperatur stimmt. Die Pflanzerl portionsweise einlegen, ohne die Pfanne zu überfüllen, da sonst die Temperatur sinkt und die Laibchen eher dämpfen als braten. Vier bis fünf Minuten auf der ersten Seite nicht anfassen. Erst wenn die Unterseite eine tief goldbraune Kruste gebildet hat, vorsichtig wenden. Die zweite Seite braucht drei bis vier Minuten. Nach dem Braten auf Küchenrolle abtropfen lassen.
5. Anrichten und servieren
Die Kichererbsenpflanzerl heiß servieren, solange die Kruste noch knackt. Dazu passt ein einfacher Joghurt-Dip: griechischen Joghurt mit Zitronensaft, etwas Knoblauch und Salz verrühren. Als Beilage eignen sich ein leichter Frühlingssalat mit Radieschen und Gurke, ein Klecks Hummus oder gedämpfte Frühlingszwiebeln. Wer mag, garniert die Pflanzerl mit ein paar frischen Kräutern – Petersilie oder Koriander – und einem feinen Spritzer Zitrone direkt auf dem Teller.
Mein Küchentipp
Der wichtigste Schritt ist oft der, der übergangen wird: Die Kichererbsen wirklich trocken zu tupfen, bevor man sie zerdrückt. Feuchtigkeit ist der Feind der Kruste. Im Frühling lässt sich die Petersilie wunderbar durch frischen Koriander, Schnittlauch oder sogar junge Bärlauchblätter ersetzen – je nachdem, was auf dem Wochenmarkt verfügbar ist. Wer die Masse am Abend zuvor vorbereitet und über Nacht im Kühlschrank ruhen lässt, stellt fest, dass sich die Aromen intensivieren und die Pflanzerl sich am nächsten Tag noch einfacher formen lassen.
Getränkeempfehlung
Die würzige, leicht erdige Note der Kichererbsenpflanzerl – geprägt von Kreuzkümmel, Paprika und Kurkuma – verlangt nach einem Getränk, das Frische einbringt, ohne die Gewürze zu überdecken.
Ein österreichischer Grüner Veltliner aus der Wachau oder dem Weinviertel, jung und mit seiner charakteristischen pfeffrigen Note, ist eine hervorragende Wahl: Er hat genug Säure, um die Pflanzerl zu begleiten, und bleibt trotzdem leicht. Wer es alkoholfrei mag, greift zu einem Ingwer-Zitronenshot im Sprudelwasser, oder zu einem kühlen Ayran – der ist mit den orientalischen Gewürzen dieser Pflanzerl eine fast schon klassische Kombination.
Wissenswertes über Kichererbsenpflanzerl
Das Pflanzerl, wie es im bayerisch-österreichischen Raum heißt, ist die regionale Entsprechung der deutschen Frikadelle oder des schweizer Hacktätschli. In seiner traditionellen Form wird es mit Hackfleisch zubereitet. Die pflanzliche Variante auf Kichererbsenbasis ist kein Trend der letzten Jahre, sondern hat ihre Wurzeln in der mediterranen und orientalischen Küche: Falafel, das wohl bekannteste Pendant, wird seit Jahrhunderten in Ägypten und der Levante aus Kichererbsen oder Favabohnen hergestellt. Die europäische Pflanzerl-Form ist im Grunde eine Adaptation – flacher, weicher innen, klassisch in Öl gebraten statt frittiert.
Kichererbsen gelten als eines der ältesten kultivierten Hülsenfrüchte der Menschheit und werden seit mehr als 7.000 Jahren angebaut. Ihre Vielseitigkeit macht sie heute zu einer festen Größe in der pflanzlichen Küche: Sie lassen sich zu Hummus, Curry, Suppen, Salaten und eben Pflanzerln verarbeiten. Im Frühling, wenn die Küche leichter wird, sind sie ein verlässlicher Eiweißlieferant, der ohne Kompromisse satt macht.
Nährwerte (pro Portion, ca. 3 Pflanzerl, Näherungswerte)
| Nährstoff | Menge |
|---|---|
| Kalorien | ~280 kcal |
| Eiweiß | ~13 g |
| Kohlenhydrate | ~32 g |
| davon Zucker | ~3 g |
| Fett | ~10 g |
| Ballaststoffe | ~7 g |
Häufig gestellte Fragen
Kann ich die Pflanzerl im Voraus zubereiten?
Ja, die rohe Masse lässt sich bis zu 24 Stunden im Voraus zubereiten und abgedeckt im Kühlschrank aufbewahren. Das Durchkühlen hilft sogar dabei, dass die Pflanzerl beim Braten besser zusammenhalten. Alternativ können die gebratenen Pflanzerl auf einem Backblech bei 80 °C im Ofen bis zu 20 Minuten warmgehalten werden, ohne dass die Kruste leidet.
Wie werden die Reste aufbewahrt?
Abgekühlte Pflanzerl in einem luftdichten Behälter im Kühlschrank aufbewahren – sie halten sich so zwei bis drei Tage. Zum Aufwärmen am besten kurz in einer trockenen Pfanne bei mittlerer Hitze von beiden Seiten erhitzen, damit die Kruste wieder knusprig wird. In der Mikrowelle werden sie weich und verlieren an Textur.
Welche Varianten und Ersatzzutaten sind möglich?
Die Masse verträgt viele Abwandlungen: Geriebene Zucchini (gut ausgedrückt) oder fein geraspelte Karotte lassen sich einarbeiten und passen besonders gut in die Frühlingssaison. Wer kein Ei verwenden möchte, kann die vegane Leinsamenvariante nutzen (1 EL gemahlene Leinsamen + 3 EL Wasser, 5 Minuten quellen lassen). Haferflocken und Mehl lassen sich durch Kichererbsenmehl ersetzen, was die Pflanzerl gleichzeitig glutenfrei macht. Mit einer Prise Chiliflocken und Limettensaft anstelle der Zitrone bekommt das Gericht eine frischere, leicht pikante Note.
Kann ich die Pflanzerl auch im Ofen backen statt braten?
Das ist möglich, aber das Ergebnis unterscheidet sich deutlich. Im Ofen bei 200 °C Umluft etwa 20–25 Minuten backen (nach der Hälfte der Zeit wenden). Die Kruste wird weniger ausgeprägt als beim Braten in der Pfanne, dafür braucht man kaum Öl. Wer eine schöne Bräunung möchte, die Pflanzerl auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech zuvor leicht mit Öl bepinseln.
Frische oder getrocknete Kichererbsen – was ist besser?
Für dieses Rezept sind Kichererbsen aus der Dose ideal: sie sind weich genug, um sich gut zerdrücken zu lassen, und sparen erheblich Zeit. Wer getrocknete Kichererbsen verwenden möchte, muss diese mindestens 12 Stunden einweichen und anschließend weich kochen – das dauert 45 bis 90 Minuten je nach Sorte. Das Ergebnis ist geschmacklich intensiver, aber der Aufwand lohnt sich für den Feierabend kaum.



